Ask the Expert: Denise Remund & Strategische interne Kommunikation

In unserer Interviewserie "Ask the Expert" setzen wir uns mit Experten für interne Kommunikation zusammen, um die wachsende Bedeutung und den Einfluss dieses Themas in Unternehmen zu verstehen.

20. Februar 2023
Michael Trummer
Chief Customer Officer

In dieser Ausgabe von Ask the Expert haben wir Denise Remund, CEO von Remund Communications, einer Unternehmensberatung mit Schwerpunkt auf interner Kommunikation, interviewt. Denise erzählt uns, wie wichtig eine definierte Strategie ist, wenn es darum geht, die interne Kommunikation in einer Organisation anzugehen.

 

Denise, wer bist Du und was ist Dein Bezug zur internen Kommunikation?

Ich bin ein fröhlicher, offener Mensch mit viel Energie und Lebensfreude. Unternehmenskommunikation ist meine Leidenschaft, die ich über viele Jahre in den unterschiedlichsten Unternehmen mitgestalten durfte.

Mit Remund Communications konzentriere ich mich auf die Beratung von Unternehmen in der internen Kommunikation. Ich habe in meinen vergangenen Tätigkeiten, unter anderem als Leiterin Interne Kommunikation in zwei Grossunternehmen, gesehen, dass eine Mitarbeiterkommunikation auf Augenhöhe einen immensen Unterschied machen kann. Einen Unterschied in der Mitarbeiterzufriedenheit, der Loyalität und dem Commitment, in der Akzeptanz und Unterstützung von Managemententscheidungen, in Veränderungsprozessen und z.B. im Bereich Employer Branding. Deshalb habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, Unternehmen auf ihrem Weg zu einer nachhaltig wirksamen internen Kommunikation zu begleiten und zu unterstützen.


Welchen Stellenwert wird der internen Kommunikation bei den Unternehmen in der Schweiz beigemessen?

Generell würde ich sagen, sie hat einen relativ grossen Stellenwert. Wobei es natürlich enorme Unterschiede gibt – je nach Unternehmensgrösse, -branche, aber auch je nach Kultur und Struktur, die in einem Unternehmen herrschen. Der wirtschaftliche Druck in vielen Branchen, Fachkräftemangel oder auch die Corona-Pandemie haben in den vergangenen Jahren einen essenziellen Teil dazu beigetragen, dass die interne Kommunikation an Relevanz dazu gewonnen hat. Es gibt aber immer noch viele Unternehmen, die diesem Bereich nur wenige oder gar keine Ressourcen zusprechen. Das Problem dabei ist sicher auch, dass es schwer ist, den direkten und ganz konkreten Nutzen der internen Kommunikation und der damit verbundenen Ausgaben für z. B. ein Intranet oder einen Mitarbeiterevent aufzuzeigen. Aber wie bereits erwähnt bin ich überzeugt, dass eine strategisch aufgestellte Mitarbeiterkommunikation gerade auch langfristig gesehen viele Vorteile und einen grossen Nutzen bringen kann.


Eigentlich alle Unternehmen haben eine Unternehmensstrategie und ein Leitbild. Wie sieht es in Bezug auf die Strategie der internen Kommunikation aus?

Die Strategie in der Unternehmenskommunikation oder gar in der internen Kommunikation ist leider in vielen Firmen nicht vorhanden. Aber gerade wenn wir über das Thema Ressourcen und die Rechenschaft der Ausgaben und deren Nutzen sprechen, hilft eine klare und ausführliche Strategie. Sie hilft den Fokus zu setzen, sei es bei der Definition der passenden Kommunikationskanäle, der Ansprache der Zielgruppen oder der Generierung von Inhalten. Des Weiteren bildet sie die Basis, um Entscheidungen zu treffen.

Ein wichtiger Bestandteil der Strategie ist auch die Definition von Kennzahlen, die den Erfolg der umgesetzten Massnahmen messen. Besonders dieser Aspekt hilft der Kommunikationsabteilung bei der Rechtfertigung von Ausgaben und dem Einsatz der Ressourcen. Daher empfehle ich jeder Kommunikationsabteilung eine Strategie zu definieren und danach zu handeln und entscheiden. Dies bezieht eine Strategie für die interne Kommunikation mit ein. 

Wie sieht eine gute interne Kommunikationsstrategie aus? Welche Elemente und Aspekte werden dabei abgedeckt?

Das Wichtigste ist, dass die (interne) Kommunikationsstrategie auf der Unternehmensstrategie aufbaut. Denn schlussendlich sollen die definierten Kommunikationsmassnahmen mit der Zielerreichung des Unternehmens korrelieren.

Weitere Elemente, die darin festgehalten werden müssen, sind zum Beispiel
- die Zielgruppen (und nein, in den meisten Unternehmen sind die Mitarbeitenden nicht als eine, homogene Zielgruppe zu betrachten)
- eine Analyse des Ist-Zustandes in Bezug auf die Kommunikationskanäle, Inhalte etc.
- die strategische Zieldefinition und damit verbunden zu treffende Massnahmen für die kommenden 1-3 Jahre
- das Budget und die Erfolgsmessung

Die definierte Strategie dient den Mitarbeitenden der internen Kommunikation auch als eine Art Leitfaden für Entscheidungen und das Setzen eines Fokus’.

Warum sollten Deiner Meinung nach Unternehmen in das Thema interne Kommunikationsstrategie investieren?

Ich finde, man sollte sich nicht hunderte Stunden mit Theorien und Strategien aufhalten, sondern Dinge auch einfach mal angehen, ausprobieren und bei Bedarf neu ausrichten. Trotzdem ist ein gewisses Fundament dafür wichtig, sonst verliert man sich in der Fülle der Möglichkeiten. Was nützen die coolsten internen Guerilla-Aktivitäten, wenn sie völlig an der Zielgruppe vorbeischiessen? Was nützt ein Intranet für alle Büromitarbeitenden, wenn man damit nicht auch die Mitarbeitenden in der Produktion erreicht, die 60% der Belegschaft ausmachen? Dass das nicht passiert, ist es wichtig zu verstehen, wen man ansprechen will, wie diese Personen angesprochen werden wollen, welche Mittel einem in welchem Rahmen zur Verfügung stehen und welche Unternehmenskultur man für die Zukunft anstrebt. 

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